Der Labrador Retriever: ( Einführung, Herkunft, Wesen, Rassestandard und Literatur)




Einführung:



Ein Labrador Retriever gehört zu den britischen Jagdgebrauchshunden, genauer gesagt zu den Apportierhunden. Er verfügt über eine große Ausdauer stundenlang Federwild aus Gewässern oder Feldern zu apportieren, somit gehört er zur Gruppe der Retriever ( engl. to retrieve = apportieren, zurückbringen ).

Labrador bezieht sich auf seine angebliche Herkunft, wobei es sich hier um einen geografischen Fehler handelte, denn die Rasse hat ihren Ursprung an der Küste Neufundlands.
Heute ist das Einsatzgebiet der Labrador Retriever breit gefächert. Neben seinen ursprünglichen Aufgaben ist er ein sehr beliebter Familienhund, Therapiehund, Blindenführhund, Gehörlosenführhund, Drogensuchhund usw.
Dies ist nur möglich, weil der Labrador Retriever ein überaus freundlicher, umgänglicher und intelligenter Arbeitshund ist der über sehr viel “will to please“ ( er will gefallen ) verfügt.



Herkunft:



Gegen 1600 siedelten im Küstengebiets Neufundlands Fischer. Bis 1800 lebten diese Fischer sehr selbstständig nach ihrer eigenen Ordnung und ihren Gesetzen.
Diesen rauen Männer in diesem ebenfalls sehr rauen Land, gehörten die Vorfahren unserer heutigen Labrador Retriever. Es ist nicht genau nachgewiesen, wie die Hunde nach Neufundland gekommen sind.
Für die Fischer war die Größe der Hunde wichtig, da sie in ein kleines Fischerboot reinpassen mussten.

Durch seine Schwimmhäute konnte der Labrador gut schwimmen, selbst im stürmischen Eiswasser des Nordatlantiks. Durch sein wasserabweisendes dichtes Fell war er in der rauen Küstenregion Neufundlands gut geschützt.

Durch ihre Hunde hatten die Fischer eine große Hilfe beim Fischen und jagen.

Gegen 1800 wurden die Hunde nach England importiert, man nannte sie dort “Kleiner Neufundländer“ . Damals gab es Langhaar, Kurzhaar gelocktes und welliges Fell. Die Zuchtauswahl ging ausschließlich nach Arbeitsleistung.

Sehr schnell erkannten die Englischen Jäger die hervorragenden Eigenschaften dieser Hunde, sodass sie Ihrer Setter und Pointer durch die Retriever ersetzten.

Die Hunde aus Neufundland waren ausschließlich schwarz und man sagte “sie seien mit Abstand die besten aller Jagdhunde“.

Der dritte Earl of Malmsbury ( ca. 1825 ) machte aus dem”Kleinen Neufundländer” den Labrador Retriever. Er verfolgte mit anderen Züchtern die Reinzucht dieser Rasse. Er züchtete nur mit Importhunden aus Neufundland, um die hervorragenden Eigenschaften als Apportierhund und Schwimmer zu bewahren.

Im Jahr 1903 wurde der Labrador Retriever vom British Kennel Club anerkannt.
Ab 1904 gab es eine eigene Retriever Jagdhundgruppe. Der Labrador Retriever Standard wurde 1923 erstmals von Lord Knutsford verfasst. Bis heute ist er fast ursprünglich geblieben.

Im Jahr 1917 wurde die Rasse im Amerikanischen Kennel Club aufgenommen.

Heute gilt der Labrador Retriever als eine der beliebteste Hunderassen und dies seit nunmehr über 10 Jahren.



Wesen:



Labrador Retriever gehören zu den beliebtesten Rassen weltweit. Die Tendenz ist weiter steigend. Der Grund dafür ist im Wesen, gepaart mit seinem wunderschönen Erscheinungsbild zu suchen. Der Labrador Retriever hat das “will to please“ , das heißt, er will seinen Menschen gefallen, ihnen eine Freude sein.
Das bedeutet natürlich auch, dass ein solcher Hund seinen festen Platz in der Familie braucht. Im Zwinger gehalten, würde er verkümmern. Richtig gehalten, kann er sein freundliches und unkompliziertes Wesen voll entfalten. Da er zu den Retrievern zählt, sagt sein Name schon etwas über seine größte Leidenschaft aus. Im Englischen heißt to retrieve , zurückbringen, apportieren. Leider gehört auch eine große Verfressenheit zu den Eigenschaften des Labrador Retriever. Es gibt sehr viele Labrador Retriever die einfach zu dick sind.

Mit der Erziehung sollte möglicht früh begonnen werden. Wichtig ist, dass sie liebevoll aber konsequent erfolgt. Labbys brauchen keine Härte, damit würde man sie nur brechen.
Beherrscht ein Hund den Grundgehorsam, ist er bestimmt überall willkommen, außerdem muss er lernen in bestimmten Situationen seine Kraft und sein Temperament zu zügeln.

Da der Labrador Retriever ein Arbeitshund ist, muss er auch entsprechend gefordert werden. Bei zu wenig Beschäftigung kann es zu Verhaltensauffälligkeiten kommen.

Das Element des Labbys ist das Wasser, stundenlang kann er Dummys aus dem Wasser apportieren ohne dabei müde zu werden. Viele Labrador Retriever sind auch geschickte Taucher. Arbeitsfreude gehört zu Ihren Wesensmerkmalen. Durch Ihre Vorfahren die sich ja im arktischen Klima Neufundlands beweisen mussten, sind bis heute robuste, ausdauernde und unempfindliche Hunde entstanden, die eine große Bereitschaft haben, selbst über große Entfernungen mit ihren Menschen zusammen zu arbeiten.



Rassestandard



FCI-Standard Nr. 122 c/8.1 Labrador Retriever


Ursprungsland: Großbritannien

Allgemeines Erscheinungsbild: Kräftig gebaut, kurz in der Lendenpartie, sehr aktiv; breiter Schädel, Brust und Rippenkorb tief und gut gewölbt; breit und stark in Lende und Hinterhand.

Charakteristika: Gutmütig, sehr bewegungsfreudig. Vorzügliche Nase, weiches Maul, ausgeprägte Wasserfreudigkeit. Anpassungsfähiger, treuer Begleiter.

Wesen: Intelligent, aufmerksam und leichtführig, mit großem Bedürfnis, seinem Besitzer Freude zu bereiten. Von freundlichem Naturell, mit keinerlei Zeichen von Aggressivität oder unberechtigter Scheue.

Kopf und Schädel: Breiter Schädel mit deutlichem Stop, klar modelliert ohne fleischige Backen. Kiefer von mittlerer Länge, kraftvoll, nicht spitz. Nasenschwamm breit, gut ausgebildete Nasenlöcher.

Augen: Mittelgroß, dabei Intelligenz und gutes Wesen zeigend, braun oder haselnußfarben.

Behang: Nicht groß oder schwer, dicht am Kopf anliegend, hoch und ziemlich weit hinten angesetzt.

Gebiß: Kiefer und Zähne kräftig mit einem perfekten, regelmäßigen und vollständigen Scherengebiß, wobei die obere Schneidezahnreihe ohne Zwischenraum über die untere greift und die Zähne senkrecht im Kiefer stehen.

Hals: Trocken, stark, kraftvoll, in gut gelagerte Schultern übergehend.

Vorhand: Schulterblätter lang und schräg liegend. Vorderläufe mit kräftigen Knochen und von den Ellenbogen zum Boden gerade, sowohl von vorne wie auch von der Seite betrachtet.

Gebäude: Brust von guter Breite und Tiefe, stark gewölbter "faßförmiger" Rippenkorb. Gerade obere Linie. Breite, kurze und kräftige Lendenpartie.

Hinterhand: Gut ausgebildet, nicht zur Rute hin abfallend, gut gewinkelte Kniegelenke. Tiefstehende Sprunggelenke, Kuhhessigkeit im höchsten Maße unerwünscht.

Pfoten: Rund, kompakt; gut gewölbte Zehen mit gut ausgebildeten Ballen.

Rute: Charakteristisches Merkmal, sehr dick im Ansatz, sich allmählich zur Rutenspitze hin verjüngend, mittellang, ohne Befederung, jedoch rundherum stark mit kurzem, dickem und dichtem Fell bedeckt, damit in der Erscheinung "rund", dies wird mit "Otterrute" umschrieben. Kann fröhlich, sollte jedoch nicht gebogen über dem Rücken getragen werden.

Gangart/Bewegung: Frei, raumgreifend, dabei in Vor- und Hinterhand gerade und parallel.

Haarkleid: Charakteristisches Merkmal, kurz, dicht, nicht wellig, ohne Befederung, fühlt sich ziemlich hart an, wetterbeständige Unterwolle.

Farbe: Einfarbig schwarz, gelb oder leber-/schokoladenfarben. Gelb reicht von hellcreme bis fuchsrot. Ein kleiner weißer Brustfleck ist statthaft.

Größe: Ideale Schulterhöhe: Rüden 56-57 cm, Hündinnen 54-56 cm.

Fehler: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten sollte als Fehler angesehen werden, dessen Gewichtung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

Anmerkung: Rüden sollten zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Skrotum befinden.


Literatur


Das große Labrador Retriever Buch erschienen im Kynos Verlag ISBN 3-929545-67-5

Der Labrador Retriever von Richard A. Wolters erschienen im Kynos Verlag ISBN 3-924008-97-3

Labrador Retriever von Robert v. Marothy erschienen im bede Verlag ISBN 3-933 646-25-1

Labrador Retriever von Marjorie Satterthwaite erschienen im Kynos Verlag ISBN 3-924008-53-1